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Zermatt und die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt

Aktualisiert: 29. Juli 2019


Vor kurzem verbrachten wir ein Wochenende in Zermatt. Für Dominik war es der erste Besuch in dem wohl bekanntesten Bergdorf der Schweizer Alpen. Schon seit längerem Stand auf seiner Bucket List eine Wanderung der etwas anderen Art. Zudem brauchten wir wieder einmal eine kurze Auszeit von unserem üblichen Alltag. Also beschlossen wir in die Berge zu gehen, um ein wenig zu Entspannen, Bergluft zu schnuppern, Energie zu tanken und Dominiks langersehnte Wanderung zu machen. Für uns ist Abenteuer erleben übrigens die pure Entspannung ;-). Uns kriegt man nicht so leicht in einen Liegestuhl, zumindest nicht lange.


Tag 1

Früh am Morgen machten wir uns mit dem Zug während einer 3-stündigen Fahrt durch die Schweiz ins Wallis. In Zermatt angekommen wurden wir vom Hotel-Taxi am Bahnhof abgeholt. Von dort aus ging es dann schliesslich nach Randa, wo unsere Wanderung startete. Die ersten 2.5 Stunden liefen wir rund 800 Höhenmeter durch die unglaublich gut riechenden Lärchenwälder am Aussichtspunkt auf dem Hohtschugga vorbei den Berg hinauf. Oben angekommen und kurz vor dem Ziel picknickten wir erst einmal auf einer schönen Lichtung.

Nach der Stärkung und weiteren 5 Gehminuten erreichten wir schliesslich das langersehnte Ziel von Domi: Die Weltrekord-Hängebrücke "Charles Kuonen Hängebrücke". Mit ihren 494 Metern ist sie die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt. Die Überquerung dauert knapp 10 Minuten und am höchsten Punkt schwebt man 85 Meter über dem Grabengufer. Die Aussicht auf die Alpen, wenn man über die Brücke läuft, ist der absolute Wahnsinn; vor allem auch der Blick auf das Weisshorn und seinen Gletscher. Bei der Überquerung der Brücke sollte man auf alle Fälle schwindelfrei sein. Durch das Schwanken hat man das Gefühl, das eine oder andere Gläschen Wein zu viel getrunken zu haben. ;)




Nach der Überquerung geht es rechts ungefähr 2 Stunden die 800 Höhenmeter hinab zurück nach Randa. Optional kann nach der Brücke noch ein Abstecher zur Europahütte gemacht werden. Bei uns war sie leider bereits wegen Saisonende geschlossen.


Unten angekommen liefen wir per Zufall an eine kleine Ausstellung. In einem Traditionellen Walliser Häuschen berichtet das kleine Dorf über den grossen Bergsturz in Randa 1991. Es ist immer wieder interessant etwas über Schweizer Geschichte zu erfahren. Wieder in Zermatt schlenderten wir noch etwas die Strassen entlang, bevor es zurück ins Hotel ab zum Wellnessen ging.


Tag 2

Am nächsten Tag beschlossen wir noch eine weitere Wanderung zu machen bevor es nach Hause ging. Es fiel uns schwer eine Entscheidung zu treffen, denn das Wanderangebot in Zermatt ist so gross und abwechslungsreich. Man möchte am liebsten alle Wanderungen ausprobieren. Letztendlich haben wir uns für die 5-Seen-Wanderung entschieden. Ich liebe das Wasser und somit versuchen wir praktisch bei jeder Wanderung nicht nur die Berge mit einzubeziehen sondern auch unsere schönen Schweizer Gewässer.


Mit der unterirdischen Standseilbahn fuhren wir bis zur Sunnegga. Von dort aus mussten wir ca. 1 1/2 Stunden den Berg hinauf wandern zum Stellisee. Normalerweise kann man von Sunnegga aus mit der Bergbahn bis zur Berstation Blauherd fahren, von wo aus der See in nur 20 Minuten Fussmarsch erreichbar wäre. Jedoch haben wir Zermatt in der Zwischensaison besucht. In dieser Zeit sind viele Bergbahnen und Hotels nicht in Betrieb.

Der Stellisee (2'537 m) ist der prominenteste See von Zermatt. Die Bilder des Sees gehen rund um die Welt. Und das, weil das Matterhorn sich so richtig schön darin spiegelt. Wir empfehlen allen die Wanderung noch früh am Morgen in Angriff zu nehmen. Denn dann hat man den See noch praktisch für sich alleine. Das Matterhorn zeigte sich an diesem Morgen leider nicht, trotzdem war der Ort so schön, dass wir total die Zeit vergassen. Wir verweilten fast 2 Stunden an diesem wunderbaren Plätzchen.

Aus diesem Grund entschieden wir uns schliesslich die Wanderung etwas abzukürzen. Anstelle von 5 Seen besuchten wir nur noch 2 weitere. Der Grindijsee war der nächste. Auch in diesem spiegelt sich das Matterhorn zwischen den Lärchentannen. Der See liegt in einer wunderbaren Hochmoorlandschaft und hat eine enorm vielseitige Flora zu bieten. Angeblich wachsen an diesem Ort auch sehr seltene Pflanzen.

Der letzte See, auf den wir trafen, befindet sich bei der Sunegga, wo sich auch das Bergrestaurant und die Bergbahn nach Zermatt befindet. Der Leisee bietet Planschmöglichkeiten und ein grosser Spielplatz für Kinder.

Möchte man die ganze Wanderung machen, wie wir sie in Angriff genommen haben, dauert sie ungefähr 4 Stunden ohne Pause. Für die Wanderung, wie sie auf der Zermatter Website beschrieben ist, dauert sie ca. 2 1/2 Stunden.

Nach einem kurzen Rast im Restaurant machten wir uns schliesslich auch den Nachhauseweg. Zermatt und das Matterhorn haben uns definitiv in ihren Bann gezogen. Es wird sicherlich nicht der letzte Besuch gewesen sein.










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